Kranke helfen sich mit Cannabidiol — ein SRF Beitrag

Kranke helfen sich mit Cannabidiol — ein SRF Beitrag

Ein Beitrag von SRF, Ruth Wit­twer
Mon­tag, 28.01.2019, 19:39 Uhr

Zwei Jahre CBD auf dem Markt

Kranke helfen sich mit Cannabidiol

 

Der Grossteil der Kon­sumenten ist jung und raucht das legale Cannabis anstelle von Mar­i­hua­na. Doch nicht nur.

Sucht Schweiz wurde vom Bun­de­samt für Gesund­heit (BAG) beauf­tragt, zum CBD-Cannabis in der Schweiz eine Stan­dortbes­tim­mung vorzunehmen. Die nun vor­liegende Bilanz ist zwar nicht repräsen­ta­tiv, aber sie zeigt: Das medi­zinis­che Cannabis kommt an. Kranke Men­schen kon­sum­ieren am meis­ten und geben dafür auch am meis­ten Geld aus. Auch ältere Frauen wollen damit ihr Wohlbefind­en steigern.

Jugendliche dage­gen nehmen CBD als Mit­tel gegen Stress und Schlaf­man­gel. Und es hil­ft ihnen, sagt Frank Zobel, Vizedi­rek­tor von Sucht Schweiz: «Bei Schlaf­störun­gen, bei Stress, bei Äng­sten, bei Schmerzen und bei Symp­tomen psy­chis­ch­er Störun­gen wie Depres­sio­nen hil­ft CBD.»

 

Rauchen ist so oder so schädlich

Der Grossteil der CBD-Kon­sumenten ist all­ge­mein eher jung und will mit CBD das Ver­hal­ten ändern und so weniger vom ille­galen Gras kon­sum­ieren. Ein­er Mehrheit der Befragten gelingt das auch. Im Gegen­satz zum ille­galen Mar­i­hua­na sind beim Kon­sum­ieren des legalen Stoffs keine wesentlichen Risiken bekan­nt.

Am häu­fig­sten wird das CBD in Form von Blüten, Öl und Tin­k­turen ver­langt. Doch die meis­ten der Befragten rauchen das Gras, zusam­men mit Tabak. Und das sei ganz klar kon­trapro­duk­tiv, sagt Zobel: «Cannabis mit Tabak gemis­cht ist schädlich für die Gesund­heit. Man meint, man tue sich etwas Gutes, aber es ist schädlich.»

 

Die Anfangsneugier ist vorbei

Sucht Schweiz hat auch fest­gestellt, dass der Markt für medi­zinis­ches Cannabis schrumpft. Die Preise sinken und Geschäfte müssen schliessen: «Manche Leute waren neugierig auf das legale Cannabis und haben es aus­pro­biert. Und viele Play­er woll­ten damit ein Geschäft machen und haben viel Geld ver­loren.»

Den­noch werde es weit­er­hin einen Markt für CBD-Cannabis geben, betont Frank Zobel von Sucht Schweiz. Die Nach­frage sei da. Der Markt kön­nte klein­er wer­den, aber er werde nicht ganz ver­schwinden.