10 Jahre CBD in der Schweiz - der weg zur Nummer 1 in Europa

10 Jahre CBD in der Schweiz - der weg zur Nummer 1 in Europa
Caspar Haegi

Zehn Jahre CBD in der Schweiz: Das klingt nach Jubiläum, nach Rückblick, nach Feier. Für uns klingt es nach einem Film, den man kaum glauben würde, wenn er nicht wirklich passiert wäre. Die Schweiz, bekannt für Uhren, Berge und Bankgeheimnisse, hat sich still und leise zum europäischen Vorreiter eines ganzen Industriezweigs gemacht. Und wir von Green Passion waren von Anfang an dabei.

Kein anderes Land in Europa hat das, was die Schweiz seit 2016 aufgebaut hat, so früh, so konsequent und so eigenständig gemacht. Wir schauen uns das hier nochmal an, wie die Situation jetzt aussieht und was die Zukunft bringen könnte.

Der Startschuss war eigentlich eine Gesetzeslücke

Es war kein grosser politischer Entscheid der dazu führte. Die Schweiz wurde zum CBD-Vorreiter Europas durch einen schlichten gesetzlichen Detail: Das Betäubungsmittelgesetz definierte Cannabis als illegal ab einem THC-Gehalt von über 1%. Alles darunter galt als Industriehanf. Was fast niemand auf dem Radar hatte: Cannabissorten mit CBD-Dominanz und weniger als 1% THC liessen sich legal anbauen, verarbeiten und verkaufen.

Der entscheidende Punkt dabei: Während der Rest Europas mit Grenzwerten von 0,2 bis 0,3% THC operierte, hatte die Schweiz schon seit 2011 einen Grenzwert von 1% in der Betäubungsmittelverordnung. Diese Differenz hat alles verändert. Die ersten Anbieter, die das kapiert haben, besassen einen Vorsprung von wenigen Monaten. Green Passion war einer von ihnen.

Sommer 2016: Zürich als Nullpunkt einer Bewegung

Wer damals in Zürich unterwegs war, erinnert sich an dieses seltsame Gefühl: In Shopfenstern lagen Blüten, die nach Cannabis aussahen und rochen, mit Preisschildern und Kassenbon. Kunden kauften mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Unglaube und Begeisterung und Neugierede lag.

Unsere ersten CBD-Blüten waren in dieser Phase noch ein Exot. Heute sind sie ein eigenes Marktsegment mit klaren Qualitätsstandards, Sortenvielfalt und echten Fans, die wissen, was sie wollen. Damals gab es keinen Guide, keine Vergleichswerte, kein Referenzprodukt. Alles musste von Grund auf aufgebaut werden.

Warum die Schweiz und nicht Deutschland oder Holland?

Das ist die Frage, die uns im Rückblick am spannendsten erscheint. Holland hatte jahrzehntelange Cannabis-Toleranz. Deutschland hatte die Industrie, die Logistik, den Markt. Frankreich hatte die Anbaufläche. Trotzdem: Die Schweiz war zuerst.

Dafür gab es konkrete Gründe:

  • Der 1%-THC-Grenzwert schuf als erster in Europa einen belastbaren rechtlichen Rahmen für CBD-Blüten, während Nachbarländer bei 0,2 oder 0,3% stagnieren mussten.
  • Schweizer Hanfbauern hatten Jahrzehnte Erfahrung mit Nutzhanf und konnten Anbau und Verarbeitung schnell umstellen, ohne bei null anfangen zu müssen.
  • Das Qualitätsbewusstsein der Kundschaft war von Anfang an hoch, was bedeutete: Billigware hatte es von Beginn an schwerer als anderswo.
  • Der Onlinehandel war früh etabliert und machte den Markt skalierbar, ohne auf flächendeckenden stationären Einzelhandel angewiesen zu sein.
  • Jeder Kanton entwickelte seine eigene lokale Szene: Bern anders als Zürich, Basel anders als Luzern, was die gesamte Entwicklung dynamisierte.

Diese Kombination hat die Schweiz in eine Rolle gebracht, die sie sich nicht ausgesucht hat, aber die sie geprägt hat. Was hier funktioniert hat, wurde später in anderen Märkten beobachtet, kopiert und angepasst.

2017: Der Hype bricht durch

Ein Jahr nach den ersten Läden wurde klar, dass das kein Nischenphänomen bleibt. Kassensturz testete CBD-Produkte, Tilllate berichtete, Tages-Anzeiger und Online-Portale übernahmen das Thema. Green Passion tauchte in diesen Tests auf und wurde Testsieger. Seit dieser Zeit haben wir mit Qualität überzeugt.

Parallel dazu wuchs das Sortiment. Neben klassischen Indoor-Blüten kamen neue Kategorien dazu. CBD Hash war früh dabei, lange bevor die Mehrheit der Branche das auf dem Schirm hatte. Jede neue Produktkategorie war ein Test: Was will der Markt? Was hält die Erwartungen? Was braucht noch Zeit?

Das Qualitätsproblem: Als der Markt sich selbst gefährdete

Mit dem Hype kamen die Trittbrettfahrer. Shops schossen auf, die alles verkauften, was irgendwie grün war. Analysezertifikate? Optional. Herkunftsangaben? Fehlanzeige. Der Markt wurde schnell unübersichtlich.

Für Green Passion war das ein entscheidender Moment. Transparenz wurde zum Kernthema: klare Produktbeschreibungen, Labortests, Herkunftsangaben. Das hat damals mehr Aufwand bedeutet. Im Nachhinein war es die einzig sinnvolle Entscheidung, denn der Markt hat die Qualitätsfrage sehr schnell selbst beantwortet.

Rechtliche Graubereiche: Navigieren ohne Karte

Die 1%-Grenze war klar. Was rund um sie herum galt, deutlich weniger. Wie darf man Produkte beschreiben? Was ist ein Aromaprodukt, was Kosmetik, was fällt unter andere Kategorien? Die Frage nach der Legalität von CBD in der Schweiz war nie so einfach zu beantworten, wie manche dachten.

Das Urteil des Bundesgerichts zu Tabaksteuern auf Hanfblüten brachte 2020 dann mehr Klarheit und war ein wichtiger Schritt für die gesamte Branche. Den genauen Hintergrund dazu findest du im Beitrag zum Bundesgerichtsurteil.

2019 bis 2021: Der Markt differenziert sich

Ab 2019 war "CBD kaufen" kein homogenes Bedürfnis mehr. Alles wurde vielfältiger, die Produkte spezifischer. Der Vape-Bereich wuchs stark. Gleichzeitig kamen Spezialprodukte, die den Markt noch einmal breiter machten:

  • Moonrocks für Kenner, die maximale Dichte wollten und einen klaren Qualitätsanspruch mitbrachten.
  • Verschiedene Hash-Konsistenzen, von cremig bis bröckelig, die unterschiedliche Präferenzen bedienten.
  • Indoor und Outdoor als bewusstes Qualitätssignal für unterschiedliche Budgets und Konsumgewohnheiten.

Die Unterschiede zwischen den Anbaumethoden zu kennen wurde zum Basiswissen in der Community. Wer mehr dazu wissen will, findet im Vergleich Indoor vs. Outdoor alles Wichtige.

Die Schweiz als Exporteur von Know-how

Etwas, das in der öffentlichen Wahrnehmung kaum auftaucht: Die Schweiz hat in diesen Jahren nicht nur Produkte exportiert, sondern Wissen. Wie baut man legal an? Wie zertifiziert man korrekt? Wie kommuniziert man in einem regulierten Umfeld, ohne in rechtliche Fallen zu tappen? Unternehmen, Berater und Branchenverbände aus ganz Europa haben beobachtet, was in der Schweiz funktioniert.

2022 bis heute: Pilotprojekte und die nächste Frage

Während CBD längst Mainstream war, starteten Diskussionen über die nächste Stufe. Zürich, Basel und andere Städte bewilligten Pilotprojekte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken. Das war kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger gesellschaftlicher Veränderung, an der der CBD-Markt aktiv mitgewirkt hat.

Für Green Passion war das eine Art Bestätigung. CBD-Hanf war nie ein Übergangsprodukt. Es war der Beginn einer anderen Cannabiskultur in der Schweiz, und die gesellschaftliche Entwicklung zeigt, dass dieser Weg richtig war.

Was 10 Jahre wirklich bedeuten

Die meisten Brands, die 2016 und 2017 gestartet sind, gibt es heute nicht mehr. Was übrig ist, sind die Anbieter, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Und was dabei deutlich wird: Qualität, Rechtssicherheit und echte Kommunikation mit der Community sind keine Wettbewerbsvorteile, sie sind die Grundvoraussetzung.

Zehn Jahre CBD in der Schweiz bedeuten konkret:

  • Ein Markt, der von null auf europäischen Referenzstatus gewachsen ist, mit einem THC-Grenzwert, der die Schweiz strukturell von allen Nachbarländern unterscheidet.
  • Hunderte von Sorten, Produktformen und Konsumwegen, die 2016 noch nicht existierten und heute selbstverständlich sind.
  • Eine Community, die informierter, kritischer und anspruchsvoller geworden ist, als damals irgendjemand erwartet hätte.
  • Rechtliche Entwicklungen, die langsam, aber stetig mehr Klarheit gebracht haben, von der ersten Tabaksteuer-Einführung 2017 bis zu den laufenden Pilotprojekten.
  • Und ein Land, das ohne grossen Markt und ohne Cannabis-Tradition im modernen Sinne etwas aufgebaut hat, das ganz Europa beobachtet.

Das aktuelle Sortiment von Green Passion zeigt, wo wir heute stehen: breiter, tiefer, qualitativ auf einem anderen Level als 2016. Den gleichen Antrieb wie am ersten Tag haben wir behalten.

Was als nächstes kommt

Der Schweizer Markt ist gewachsen, aber noch nicht ausgewachsen. Die Pilotprojekte werden Ergebnisse liefern. Die europäische Regulierung bewegt sich, langsam und uneinheitlich. Neue Cannabinoide rücken in den Fokus, die Wissenschaft arbeitet, die Community entwickelt sich weiter. Wer die längere Geschichte des Hanfs in der Schweiz kennt, weiss: Das hier ist kein Endpunkt.

Zehn Jahre sind ein guter Moment, um innezuhalten. Aber kein Grund, stehen zu bleiben.

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