Terpene sind flüchtige Aromastoffe, die Pflanzen selbst bilden. Sie bestimmen, ob eine Hanfblüte nach Zitrone, Kiefer, Pfeffer oder Erde riecht. In Hanf sitzen sie zusammen mit den Cannabinoiden im Harz der Blüten. Dieselben Stoffe findest Du auch in Orangenschalen, Lavendel, schwarzem Pfeffer und Hopfen.
Was sind Terpene?
Terpene sind organische Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Ihr Grundbaustein ist Isopren, ein kleines Molekül mit fünf Kohlenstoffatomen (C5H8). Zwei Isopren-Einheiten ergeben ein Monoterpen mit zehn Kohlenstoffatomen. Myrcen, Limonen und Pinen gehören in diese Gruppe. Drei Einheiten ergeben ein Sesquiterpen mit fünfzehn Kohlenstoffatomen, zum Beispiel Caryophyllen und Humulen.
Enthält ein Terpen zusätzlich Sauerstoff, heisst es streng genommen Terpenoid. Linalool ist so ein Fall: Es ist ein Monoterpen-Alkohol. Im Alltag nennt man beides einfach Terpene. Wichtig für das Aroma ist eine Eigenschaft: Die meisten Terpene sind flüchtig. Sie gehen schon bei Raumtemperatur in die Luft über. Deshalb riechst Du eine Blüte, sobald Du das Glas öffnest.
Hanf bildet Terpene in den Trichomen. Das sind winzige Harzdrüsen auf den Blüten. Laut einer Übersichtsarbeit von Booth und Bohlmann enthält das Harz von Cannabis sativa Hunderte verschiedene Terpene und Cannabinoide (Plant Science, 2019). Viele davon sind noch nicht eindeutig bestimmt.
Aromastoffe in Zitrus, Lavendel, Pfeffer und Hopfen
Terpene sind keine Besonderheit von Hanf. Sie kommen in sehr vielen Pflanzen vor und machen einen grossen Teil der ätherischen Öle aus. Alpha-Pinen allein ist in mehr als 400 ätherischen Ölen nachgewiesen. Einige Beispiele:
- Limonen steckt in den Schalen von Orangen, Zitronen und Grapefruits, aber auch in Dill und Kümmel.
- Linalool ist einer der Hauptbestandteile von Lavendelöl und kommt in Koriander und Bergamotte vor.
- Pinen gibt Kiefernharz seinen Geruch. Terpentinöl besteht zu mehr als der Hälfte aus Alpha-Pinen. Auch Rosmarin und Eukalyptus enthalten es.
- Caryophyllen ist der Hauptbestandteil des ätherischen Öls von schwarzem Pfeffer und kommt in Gewürznelken vor.
- Myrcen findest Du in Lorbeer, Zitronengras und Hopfen.
Hopfen verdient einen zweiten Blick. Er gehört wie Hanf zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Das ätherische Öl von Hopfen besteht vor allem aus Myrcen, Humulen und Caryophyllen. Diese drei Terpene sind auch in vielen Hanfsorten häufig. Wer fragt, welche Pflanze ähnlich wie Hanf riecht, landet deshalb oft beim Hopfen.
Myrcen, Limonen und Co.: die häufigsten Aromastoffe im Hanf
Jede Sorte hat ihr eigenes Profil. Einige Terpene tauchen aber in fast allen Profilen auf. Die folgenden acht findest Du auch in den Angaben auf unseren Produktseiten.
Myrcen
Myrcen ist ein Monoterpen und eines der häufigsten Terpene in Hanf. Sein Geruch ist erdig und krautig, mit einer leicht fruchtigen Note. Bei Passion Kush und Maui Kush steht es auf der Produktseite ganz vorne.
Limonen
Limonen riecht nach Zitrone und Orangenschale. Sorten mit viel Limonen haben eine deutliche Zitrusnote.
Pinen
Pinen gibt es in zwei Formen, Alpha- und Beta-Pinen. Beide riechen harzig nach Kiefernnadeln und Wald. In Hanf sorgt Pinen oft für eine frische, leicht herbe Note.
Caryophyllen
Caryophyllen ist ein Sesquiterpen. Es riecht würzig, pfeffrig und holzig. Weil das Molekül grösser ist als ein Monoterpen, ist es weniger flüchtig. Seine Pfeffernote geht deshalb langsamer verloren als die Zitrusnote von Limonen.
Linalool
Linalool riecht blumig, ähnlich wie Lavendel und Maiglöckchen. In Hanf sorgt es für florale Noten, zum Beispiel bei Velvet Passion mit einem Hauch von Lavendel.
Humulen
Humulen ist nach dem Hopfen benannt, botanisch Humulus lupulus. Es ist ein Sesquiterpen und riecht holzig, krautig und leicht bitter. Oft tritt es zusammen mit Caryophyllen auf.
Bisabolol
Bisabolol ist ein Sesquiterpen-Alkohol mit der Formel C15H26O, also streng genommen ein Terpenoid. Bekannt ist es vor allem aus der Kamille. Ihr ätherisches Öl enthält viel Alpha-Bisabolol. Unsere Produktseiten beschreiben sein Aroma als blumig und leicht süsslich. Bei allen drei Hash-Sorten in der Tabelle unten steht es an erster Stelle.
Terpinolen
Terpinolen riecht süsslich und frisch nach Kiefer, mit einer Note von Zitrus und Holz. Es kommt in Zitrusölen und in vielen Bäumen vor. In unserem Sortiment nennen vor allem Haze- und Lemon-Sorten Terpinolen.
CBD Terpene: warum zwei Sorten mit gleichem CBD-Gehalt anders riechen
Viele schauen beim Kauf zuerst auf den CBD-Gehalt. Über das Aroma sagt diese Zahl nichts aus. Zwei Blüten mit gleichem CBD-Gehalt können völlig verschieden riechen. Der Grund ist die Mischung der Terpene. Eine Sorte mit viel Myrcen und Caryophyllen riecht erdig und würzig. Eine Sorte mit Terpinolen und Limonen riecht nach Zitrus.
Ein Beispiel aus unserem Sortiment: Amnesia Haze und Passion Kush haben laut Produktseite beide 16 % CBD. Bei Amnesia Haze stehen Terpinolen und Myrcen vorne, das Aroma ist frisch, fruchtig und holzig. Bei Passion Kush stehen Myrcen und Limonen vorne, das Aroma ist fruchtig und zitronig. Der CBD-Gehalt ist gleich, das Aroma nicht.
Wie Anbau und Ernte das Terpenprofil prägen
Die Genetik legt fest, welche Terpene eine Pflanze bilden kann. Wie viel davon in der Blüte landet, hängt aber auch vom Anbau ab. Licht, Temperatur, Nährstoffe und Wasser beeinflussen, wie viele Trichome die Pflanze bildet. Auch der Erntezeitpunkt spielt eine Rolle. Wird zu früh geerntet, ist das Harz noch nicht voll entwickelt.
Daraus folgt etwas Wichtiges: Ein Sortenname garantiert kein festes Profil. Zwei Pflanzen mit demselben Namen können je nach Herkunft und Anbau unterschiedlich riechen. Booth und Bohlmann nennen diese fehlende Einheitlichkeit von Sorten als offenes Problem der Forschung. Auch die Anbauart verändert das Ergebnis. Indoor, Outdoor und Treibhaus unterscheiden sich in Licht und Klima. Mehr dazu liest Du im Vergleich CBD Indoor vs. Outdoor.
Trocknung, Curing und Lagerung: so bleiben die Aromastoffe erhalten
Nach der Ernte beginnt der Teil, in dem Aroma verloren gehen kann. Monoterpene wie Myrcen und Limonen sind kleiner und flüchtiger als Sesquiterpene. Myrcen siedet bei etwa 167 °C, Caryophyllen erst bei etwa 256 °C (Angaben aus PubChem). Bei warmer, schneller Trocknung gehen deshalb zuerst die leichten, frischen Noten verloren. Die würzigen und holzigen Noten bleiben länger.
Gute Produzenten trocknen langsam, bei moderater Temperatur und im Dunkeln. Eine Untersuchung von Ross und ElSohly (Journal of Natural Products, 1996) fand in frischen und in luftgetrockneten Blüten dieselben Aromastoffe. Das Trocknen ändert also nicht, welche Terpene enthalten sind. Wie viel davon übrig bleibt, hängt von Temperatur und Dauer ab. Danach folgt das Curing. Die getrockneten Blüten liegen dabei einige Wochen in geschlossenen Behältern. Die Restfeuchte verteilt sich gleichmässig, und das Aroma wird runder.
Zu Hause gilt dasselbe Prinzip. Wärme, Licht und Sauerstoff bauen Terpene ab. So lagerst Du Blüten und Hash am besten:
- in einem luftdichten Glas statt in einem Plastikbeutel
- an einem kühlen, dunklen Ort, nicht auf der Fensterbank
- in einem Behälter, der zur Menge passt, damit wenig Luft darin ist
Terpenprofil lesen: so verstehst Du die Angaben im Shop
Ein Terpenprofil ist die Liste der Terpene, die das Aroma einer Sorte prägen. Manche Hersteller veröffentlichen dazu Messwerte in Prozent. Auf unseren Produktseiten findest Du das Profil im Abschnitt "Terpenprofil". Dort stehen jeweils zwei Terpene als Paar, dazu eine kurze Beschreibung des Aromas. Prozentwerte nennen wir dort nicht. Das Profil zeigt Dir also, welche Terpene das Aroma tragen, nicht wie viel davon enthalten ist.
Die Namen stehen auf den Produktseiten oft in der englischen Schreibweise. Diese Übersetzungen helfen Dir beim Lesen:
- Myrcene ist Myrcen, Limonene ist Limonen, Pinene ist Pinen.
- Caryophyllene ist Caryophyllen, Humulene ist Humulen, Terpinolene ist Terpinolen.
- Ocimene ist Ocimen. Nerolidol heisst in beiden Sprachen gleich. Beide stehen in unseren Profilen seltener.
- Eugenol ist streng genommen kein Terpen, sondern ein Phenylpropanoid. Es ist der Hauptbestandteil von Nelkenöl und steht trotzdem in manchen Profilen.
Ein praktischer Tipp: Schau auf das erste Paar. Es beschreibt meist die Hauptnote. Wenn Du eine Sorte magst, suche nach anderen Sorten mit ähnlichen Terpenen. So findest Du Aromen, die zu Deinem Geschmack passen.
Terpenprofile unserer Sorten im Überblick
Die Tabelle zeigt die Terpene, die auf den Produktseiten deklariert sind. Sie stehen in der Reihenfolge der Produktseite. Mehr Sorten findest Du in unserer Kategorie CBD Blüten.
| Sorte | Format | Deklarierte Terpene | Aroma laut Produktseite |
|---|---|---|---|
| Lemon Skunk | Blüten Indoor | Myrcen, Terpinolen, Ocimen, Bisabolol, Linalool, Limonen | zitronig, würzig, leicht blumig |
| Amnesia Haze | Blüten Indoor | Terpinolen, Myrcen, Caryophyllen, Pinen, Ocimen, Eugenol | frisch, fruchtig, holzig |
| Passion Kush | Blüten Indoor | Myrcen, Limonen, Pinen, Bisabolol, Caryophyllen, Linalool | fruchtig, zitronig, erdig |
| Velvet Passion | Blüten Indoor | Bisabolol, Caryophyllen, Myrcen, Linalool, Limonen, Humulen | erdig, holzig, Hauch von Lavendel |
| Alpina Green | Blüten Outdoor | Caryophyllen, Myrcen, Humulen, Bisabolol, Pinen, Limonen | würzig, erdig, Kräuter |
| White Passion | Blüten Outdoor | Pinen, Caryophyllen, Myrcen, Humulen, Limonen, Eugenol | Kräuter, würzig, herb |
| Red Lebanese | Hash | Bisabolol, Caryophyllen, Myrcen, Pinen, Linalool, Limonen | würzig, erdig, waldig |
| Black Afghan | Hash | Bisabolol, Caryophyllen, Myrcen, Pinen, Humulen, Nerolidol | holzig, harzig, frische Kiefer |
| Manali Cream | Hash | Bisabolol, Caryophyllen, Humulen, Myrcen, Pinen, Eugenol | würzig, holzig, harzig |
Ein Muster fällt auf. Die Haze- und Lemon-Sorten nennen Terpinolen und Limonen, ihr Aroma geht Richtung Zitrus. Bei allen drei Hash-Sorten stehen Bisabolol und Caryophyllen vorne, Myrcen folgt danach. Das passt zu den würzigen, erdigen Noten, die man von gepresstem Harz kennt. Wie die verschiedenen Arten von Hash entstehen, zeigt der Artikel CBD Hash Sorten und Herstellung.
Aroma in Konzentraten: Live Resin, Cold Cure, Diamonds und Sugar Wax
In Konzentraten sind Terpene besonders wichtig, weil das Pflanzenmaterial fehlt. Das Aroma kommt fast nur noch aus dem Harz. Wie viel davon erhalten bleibt, hängt von der Herstellung ab.
Live Resin wird aus frischem, direkt nach der Ernte gefrorenem Pflanzenmaterial hergestellt. Weil die Blüten nicht getrocknet werden, bleiben auch die leichten Monoterpene erhalten. Unser Live Resin hat laut Produktseite ein würzig-zitrisches Aroma mit Noten von Sour OG. Wie das Verfahren abläuft, erklärt der Artikel Was ist Live Resin. Cold Cure wird bei niedrigen Temperaturen verarbeitet, damit die natürlichen Terpene möglichst erhalten bleiben. Sein Aroma ist würzig-erdig mit zitrischen Untertönen und an das Terpenprofil von Platinum OG angelehnt.
Bei Diamonds und Sugar Wax ist das anders. Diamonds bestehen laut Produktseite zu bis zu 98 % aus kristallinem CBD. Ihr Aroma kommt aus einem Terpenprofil von Lemon Diesel. Sugar Wax ist laut Produktseite mit dem Terpenprofil "Lemon Lime Soda" angereichert. Hier werden Terpene also gezielt zugegeben. Alle vier Formate findest Du in der Kategorie Dab.

Kommentare (0)
Es gibt noch keine Kommentare. Sei der Erste, der einen Beitrag schreibt!