CBD ist das Gras der Stunde – 10 Fakten, die du darüber wissen musst

CBD ist das Gras der Stunde – 10 Fakten, die du darüber wissen musst

CBD erobert die Schweiz. Das legale Gras beschert Verkäufern Reko­rdgewinne und der Polizei Frus­tra­tion. Was ist CBD eigentlich und wie wirkt es? Die wichtig­sten Fra­gen und Antworten rund um CBD-Gras.

1. Was ist CBD?

Stu­den­ten in Schlab­ber­ho­sen, Geschäftsmän­ner im Anzug und 70-jährige Omas – alle wollen das «legale Gras» aus­pro­bieren. Der Fach­han­del ver­bucht Reko­rdzahlen, die Kon­sumenten freuen sich, die Behör­den sind Über­fordert. Was genau ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabid­i­ol, ein chemis­ch­er Wirk­stoff aus der Klasse der Cannabi­noide. CBD und THC sind vom Auf­bau her sehr ähn­lich und besitzen die gle­iche chemis­che Formel.

CBD und THC kön­nen mit blossem Auge nicht unter­schieden wer­den. Auch den Geruch kann man kaum unter­schei­den. CBD hat allerd­ings ger­ingfügige Abwe­ichun­gen in der moleku­laren Struk­tur und ist deshalb nicht psy­chotrop und wirkt nicht auf das zen­trale Ner­venssys­tem.

Im Han­del legal erhältlich­es Cannabis hat meist einen CBD-Gehalt von zehn bis 20 Prozent und einen Rest-THC-Gehalt von 0,3 bis 0,7 Prozent.

2. Wird man von CBD high?

Cannabid­i­ol soll ganz viele pos­i­tive Effek­te haben. Es soll entspan­nend wirken, angstlösend, schmerzstil­lend, krampflösend, entzün­dung­shem­mend. Es gebe Stu­di­en, welche diese Wirkun­gen nahe leg­en, sagt dazu Bar­bara Broers, Such­t­ex­per­tin des Unispi­tals Genf, aber die Wirkung von CBD sei noch zu wenig erforscht.

«Man weiss noch nicht, welche Dosis jemand aufn­immt, der Hanf mit fünf oder zehn Prozent CBD raucht. Diese Grund­la­gen­dat­en fehlen», so Bar­bara Broers. CBD ist derzeit in der Schweiz nicht als Wirk­stoff in Medika­menten zuge­lassen. Das Geschäft mit dem CBD-Hanf läuft. In spezial­isierten Han­flä­den und Online-Shops kön­nen Kun­den eine Vielzahl legaler Hanf­pro­duk­te kaufen.

Von Tropfen über Flüs­sigkeit für E‑Zigaretten bis zu Sal­ben. Am beliebtesten sind aber Hanf­blüten zum Rauchen. Kosten­punkt: 5 bis 15 Franken pro Gramm.

«Kassen­sturz» hat gemein­sam mit der Westschweiz­er Kosu­mentensendung «A Bon Enten­deur» elf legale Hanf­pro­duk­te auf ihren Gehalt an CBD und THC hin testen lassen. Der THC-Gehalt liegt bei allen Pro­duk­ten in der Stich­probe unter einem Prozent, sie sind also legal.

Der CBD-Gehalt ist meist auf den Pack­un­gen deklar­i­ert. In der Stich­probe sind es 10 bis 23 Prozent. Doch auf diese Angaben kön­nen sich Kun­den nicht ver­lassen.

3. Wenn CBD nicht high macht, wieso sollte man es rauchen?

Die medi­zinis­che Wirkung von CBD ist derzeit nicht gesichert. Trotz­dem ver­muten Wis­senschaftler und Ärzte, dass das legale Gras als Medika­ment für viele Krankheit­en ver­wen­det wer­den kön­nte. Disku­tiert wer­den unter anderem mögliche ther­a­peutis­che Wirkun­gen gegen Epilep­sie, Angst­störun­gen, Schlaf­störun­gen, Übelkeit, Psy­chose, Depres­sion und sog­ar Krebs.

In der Schweiz darf man aus geset­zlichen Grün­den jedoch keine spez­i­fis­chen Heil­ver­sprechen abgeben – CBD wird lediglich als Tabak­er­satz oder Rohstoff verkauft.

Verkäufer und Pro­duzen­ten dis­tanzieren sich deshalb von der medi­zinis­chen Wirkung und bit­ten die Kon­sumenten ihre eige­nen Erfahrun­gen zu machen.

Gemäss der Verbindung der Schweiz­er Ärztin­nen und Ärzte kann CBD jedoch bei mit­telschw­er­er bis schw­er­er Spas­tiz­ität bei Mul­ti­pler Sklerose (MS) von Ärzten ver­schrieben wer­den. Dafür müssen Ärzte dar­legen, dass die Krankheit die Leben­squal­ität schw­er beein­trächtigt und andere Ther­a­pi­en keinen Erfolg gebracht haben.

4. Ist CBD gefährlich?

Über poten­tielle Gefahren gibt es noch zu wenig Infor­ma­tio­nen, meint Markus Meury von Sucht Schweiz. «Wir sehen einen Boom im CBD-Gras, kön­nen aber noch sehr wenig über Gefahren sagen. Grund­sät­zlich kann man aber sagen, dass Rauchen auf­grund der kreb­ser­re­gen­den Ver­bren­nungspar­tikel immer unge­sund ist.»

Wer kon­sum­iert CBD – der kundi­ge Haschrauch­er oder uner­fahrene Dro­gen­neul­ing? «Auch wenn CBD keinen Rausch aus­löst, kön­nte es eine Ausstiegshil­fe für Cannabis-Süchtige sein.

Es kön­nte jedoch genau­so gut sein, dass es ein Ein­stieg zu Mar­i­hua­na ist», sagt Meury.

5. Ist CBD wirklich legal?

Da CBD ein nicht-berauschen­der Wirk­stoff ist, unter­liegt es nicht dem Betäubungsmit­telge­setz und ist legal erhältlich. Seit 2011 gilt zusät­zlich die Bes­tim­mung, wonach Cannabis mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent nicht unter das Betäubungsmit­tel­recht fällt und daher eben­falls legal ist.

In der Schweiz gibt es nur vier legale CBD-Tabak­er­sätze. Der Rest der CBD-Pro­duk­te wird als Rohstoff verkauft und liegt tat­säch­lich in einem rechtlichen Graubere­ich. CBD-Rohstoffe sind the­o­retisch nicht zum Verzehr geeignet, wer­den von vie­len aber trotz­dem ger­aucht.

Anders als beim Tabak­er­satz wer­den CBD-Rohstoffe jedoch von der Tabak­s­teuer befre­it.

Das sagt Swissmedic, das Schweiz­erische Heilmit­telin­sti­tut dazu:

«Im Han­del sind häu­fig CBD-haltige Rohstoffe ohne Zweckbes­tim­mung anzutr­e­f­fen. Sie sind nicht ein­deutig qual­i­fizier­bar, da aus ihnen unter­schiedliche Pro­duk­te mit unter­schiedlichem Ver­wen­dungszweck hergestellt wer­den kön­nen, die wiederum unter­schiedlichen Geset­zge­bun­gen unter­liegen.» – Stand 27. Feb­ru­ar 2017

Die medi­zinis­che Wirkung von CBD ist derzeit nicht gesichert. Trotz­dem ver­muten Wis­senschaftler und Ärzte, dass das legale Gras als Medika­ment für viele Krankheit­en ver­wen­det wer­den kön­nte. Disku­tiert wer­den unter anderem mögliche ther­a­peutis­che Wirkun­gen gegen Epilep­sie, Angst­störun­gen, Schlaf­störun­gen, Übelkeit, Psy­chose, Depres­sion und sog­ar Krebs.

In der Schweiz darf man aus geset­zlichen Grün­den jedoch keine spez­i­fis­chen Heil­ver­sprechen abgeben – CBD wird lediglich als Tabak­er­satz oder Rohstoff verkauft.

Verkäufer und Pro­duzen­ten dis­tanzieren sich deshalb von der medi­zinis­chen Wirkung und bit­ten die Kon­sumenten ihre eige­nen Erfahrun­gen zu machen.

Gemäss der Verbindung der Schweiz­er Ärztin­nen und Ärzte kann CBD jedoch bei mit­telschw­er­er bis schw­er­er Spas­tiz­ität bei Mul­ti­pler Sklerose (MS) von Ärzten ver­schrieben wer­den. Dafür müssen Ärzte dar­legen, dass die Krankheit die Leben­squal­ität schw­er beein­trächtigt und andere Ther­a­pi­en keinen Erfolg gebracht haben.

6. Was passiert bei einer Polizeikontrolle?

The­o­retisch nichts, da das Gras legal ist. Das Prob­lem ist, dass man mit blossem Auge nicht erken­nt, ob es sich um legales oder ille­gales Gras han­delt. Kommt man also in eine Polizeikon­trolle, ver­läuft diese gle­ich, wie beim ille­galen Gras.

Das Cannabis wird beschlagnahmt und analysiert. Liegt der THC-Gehalt unter einem Prozent, wird das Gras zurück­gegeben. Der Labortest ist jedoch langsam und teuer, deshalb fordern viele Polizis­ten einen Schnell­test vor Ort.

7. Wo kann man CBD kaufen?

The­o­retisch nichts, da das Gras legal ist. Das Prob­lem ist, dass man mit blossem Auge nicht erken­nt, ob es sich um legales oder ille­gales Gras han­delt. Kommt man also in eine Polizeikon­trolle, ver­läuft diese gle­ich, wie beim ille­galen Gras.

Das Cannabis wird beschlagnahmt und analysiert. Liegt der THC-Gehalt unter einem Prozent, wird das Gras zurück­gegeben. Der Labortest ist jedoch langsam und teuer, deshalb fordern viele Polizis­ten einen Schnell­test vor Ort.

8. Wer produziert CBD?

In der Schweiz gibt es mehrere Pro­duzen­ten von CBD-Gras mit ras­ant ansteigen­dem Trend. Der Markt ist neu und die Nach­frage gross. Die momen­tane Lage wird deshalb auch von vie­len als «Wilder West­en» und «Gold­gräber­stim­mung» beschrieben. The­o­retisch kann jed­er sein CBD-Gras auch sel­ber zu Hause anbauen.

Trotz enormer Verkauf­szahlen pla­gen sich Pro­duzen­ten von CBD-Gras mit Sor­gen rum. Als Tabak­er­satz wird CBD gle­ich besteuert wie Zigaret­ten (25 Prozent Tabak­s­teuern plus Mehrw­ert­s­teuer). Zusät­zlich prangt auf der Ver­pack­ung der gle­iche Warn­hin­weis wie bei Zigaret­ten, obwohl keine schädliche Wirkung von CBD nachgewiesen ist.

9. Ist CBD die Rettung für Schweizer Bauern?

«Hanf ist sehr pflegele­icht, rel­a­tiv anspruch­s­los und wächst selb­st in höheren Lagen. Die Hanf­pro­duk­tion kann für einige Bäuerin­nen und Bauern dur­chaus inter­es­sant sein – es wird aber eine Nis­che bleiben», sagt der Schweiz­er Bauern­ver­band gegenüber wat­son.

Experten sehen das ähn­lich. «Hanf ist zwar ein lukra­tives Geschäft und kön­nte den Schweiz­er Bauern helfen, ohne staatliche Sub­ven­tio­nen zu über­leben – aber andere Prob­leme kämen dazu.

Weil die Pflanze ein neg­a­tives Bild trägt, ist für viele Bauern der gesellschaftliche Druck zu hoch. Dazu kom­men hohe Sicher­heit­skosten für die Bewachung der Hanf­felder.

Der Han­fan­bau ist auch aus ökol­o­gis­ch­er Sicht inter­es­sant. Ein Pro­duzent, der in Zürich Hanf anbaut und mit der ETH zusam­me­nar­beit­et sagt: «Hanf regener­iert beschädigtes Ack­er­land, das zum Beispiel von Tabak zer­stört wurde, sehr schnell und soll so viel C02 in Sauer­stoff umwan­deln, wie keine andere Pflanze.»

10. Wird normales Gras bald legalisiert?

Sven Schen­dekehl vom Vere­in «Legal­ize it!», der sich für die Legal­isierung von Cannabis ein­set­zt, sieht keine Trendwende, son­dern genau das Gegen­teil. «Vom Staat her gibt es über­haupt keine Ansätze zur Legal­isierung von Cannabis. Sta­tis­tisch gese­hen wird die Repres­sion jedes Jahr sog­ar gröss­er und schlim­mer», sagt Schen­dekehl. Auch die schein­bare Lockerung und Aus­nahme bei ger­ingfügi­gen Men­gen Cannabis sieht Schen­dekehl kri­tisch:

«Die Zehn-Gramm-Straf­gren­ze ist eine Farce und wird von vie­len Kan­to­nen gar nicht angewen­det. 2015 wur­den beina­he 50’000 Men­schen wegen Hand­lun­gen rund um den Eigenkon­sum verzeigt und gebüsst.

Dazu kamen nochmals über 10’000 Men­schen, die wegen dealen verzeigt wer­den.»